gut zu wissen...


Was macht der Winzer im Winter?

Im Weinberg: Rebschnitt

Nachdem die Vegetationsperiode beendet ist - das Laub ist abgefallen und das Holz ausgereift - beginnen wir mit dem Rebschnitt. Diese Pflegemaßnahme beeinflusst bereits Menge und Qualität des kommenden Jahrgangs. Ziel ist es, den Rebstock optimal zu verjüngen, ohne dabei zu viel "altes Holz" zu entfernen, denn dieses ist eine wichtige Kraftreserve des Rebstocks. Und da hat jeder Winzer seine ureigene „Handschrift“, mit der er die Erziehung, das Wachstum, den Ertrag eines Weinberges über Jahre entscheidend gestaltet und prägt. Es ist also Weitsicht und Einfühlungsvermögen gefragt, denn mit einem guten Rebbestand arbeitet man gerne bis zu 40 Jahre...

Der Rebschnitt ist neben der Traubenlese die zeitintensivste Arbeit im Weinbau. Jeder Rebstock muss individuell betrachtet und beurteilt werden - besonders nach zwei so extrem trockenen und heißen Sommern...

Im Keller: Füllvorbereitung

Nachdem der Wein fertig vergoren ist, wird er geschwefelt, um ihn haltbar und biologisch stabil zu machen und im Anschluss filtriert. Nun wäre der Wein theoretisch füllfertig. Da wir bei der Weinbereitung aber nichts dem Zufall überlassen wollen, ziehen wir auch externe Expertise vor dem Abfüllen zu Rate: Weinlaborantin Mechthild Steck steht uns seit Jahren beratend zur Seite. Sie prüft die Weine nicht nur analytisch auf Herz und Nieren, sondern kann aufgrund ihrer jahrelangen Erfahrung auch sensorisch beraten.

Sind die Weine schließlich in der Flasche, durchlaufen sie die gesetzlich vorgeschriebene Qualitätsweinprüfung.

Hier bewertet eine Fachjury der Landwirtschaftskammer, ob der angestellte Wein fehlerfrei, sortentypisch und qualitativ verkehrsfähig ist. Hat der Wein die Prüfung bestanden, erhält er seine individuelle amtliche Prüfnummer (auf dem Etikett unter dem Kürzel AP-Nr. zu finden). Erst mit dieser Nummer darf ein Wein in Verkehr gebracht werden.


Wissenswertes über die Rebsorte Weißburgunder...

Pinot blanc, Weißer Burgunder, Weißburgunder, Pinot bianco oder Klevner - viele Namen, aber ein und dieselbe Rebsorte. Sie ist seit dem 14. Jahrhundert bekannt und wird, wie der Name schon vermuten lässt, zu den Burgundersorten gezählt.

Obwohl man die Unterschiede früh erkannt hat, wurden die Sorten Pinot blanc und Chardonnay im Weinberg wegen der großen Ähnlichkeit nicht auseinandergehalten und bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts gemeinsam kultiviert. Im Burgund wurde der Sorte Chardonnay schließlich der Vorzug gegeben, weshalb der Weißburgunder in seinem Ursprungsgebiet praktisch verschwunden ist. 

Glücklicherweise brachte der Orden der Zisterzienser den Pinot blanc im Mittelalter in den Rheingau, von hier verbreitete er sich dann in ganz Europa.

Der französische Begriff „Pinot“ leitet sich übrigens wahrscheinlich von der lang gezogenen Form der Pinot-Trauben ab, die dem Zapfen einer Kiefer (frz. „pin“) recht ähnlich sind.


...wenn eine Fruchtfliege ins Weinglas fliegt, dann kann einem das den Spaß am Wein komplett vermiesen...

...aber warum eigentlich...? 🤔

Tatsächlich verändert sich der Geschmack durch die Fruchtfliege. Dies haben Wissenschaftler aus Schweden festgestellt. Das ist allerdings nur der Fall, wenn es sich um weibliche Fruchtfliegen handelt. Schuld daran sind laut den Forschern deren Hormone, und schon ein Nanogramm reicht aus, um dem Wein einen unangenehmen Geruch und kuriosen Geschmack zu verpassen. Die Flieginnen sondern pro Stunde etwa 2,4 Nanogramm eines Pheromons ab, mit dem sie Männchen anlocken wollen. Die Forscher haben in verschiedenen Gläsern mit Wein Fruchtfliegen-Männchen und -Weibchen versenkt und sie nach unterschiedlichen Zeitintervallen wieder herausgefischt. Das Ergebnis durften dann Experten trinken. Das Fazit: Es reichte schon, wenn die weibliche Fliege nur mal kurz ins Glas gefallen war und sofort wieder herausgefischt wurde. Auch im Wein ertränken hilft nicht - die Fliegen haben das Hormon auf der Oberfläche ihres Körpers.

(Quelle: https://www.deutschlandfunknova.de/nachrichten/pheromone-fruchtfliegen-zerstoeren-wein-geschmack)

💡unser Tipp: in den warmen Monaten, in denen die Fliegen unterwegs sind, die Weingläser abdecken & "Fallen" aufstellen: bspw. ein mit Gewürznelken gespicktes Stück Zitrone 🍋